Über Henry

Henry Grabowsky, 1907 in Memel geboren, lebte von 1947 bis 1962 auf der Nordseeinsel Borkum. Er arbeitete als Ingenieur bei der Borkumer Kleinbahn. Im Oktober 1949 wurde er zum Vorstand der Reederei AG “Ems” und der Borkumer Kleinbahn-GmbH berufen, gemeinsam mit Alwin Bremer. Nach dessen Ausscheiden 1961 wurde er Alleinvorstand. Im Buch “Die Borkumer Kleinbahn” von Hans Schweers wird weiter ausgeführt: “In die Zeit seiner Tätigkeit fallen der Wiederaufbau der Inselbahn nach dem Kriege, die Umstellung von Dampf- auf Dieselbetrieb, die Bewältigung der Probleme nach der schweren Sturmflut 1962 und die Rationalisierungsbemühungen vor allem im Frachtverkehr.”

Seit seiner Jugend war Henry passionierter Fotograf und entwickelte später große Begeisterung für den Schmalfilm. Seine 1948 auf Borkum geborene Tochter Inge erinnert sich noch sehr gut daran, wie ihr Vater im verdunkelten Badezimmer die Filme entwickelte und Fotos vergrößerte. Wenn er nicht genug Zeit fand, brachte er die Filme jedoch auch regelmäßig zu “Foto Freier”. Die Familie lebte in dieser Zeit am Langen Wasser in einem “Nordmark Fertighaus”, das 1951 gebaut wurde. Es ist immer noch in der Hand der AG “Ems” und steht nach wie vor an der Bahnschranke und am Aufgang zur “Kulturinsel”, dem Kurhaus.

Henry Grabowsky starb 60jährig im Jahre 1967.


Über den Herausgeber der Reihe “Henrys Borkum”:

Stefan Buhr ist ein Enkel von Henry Grabowsky. Seit 2018 publiziert er die Reihe „Henrys Borkum – Feine Fotografie der 40er und 50er Jahre“ und macht damit das fotografische und filmische Vermächtnis seines Großvaters erstmals einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich. Die bislang vier erschienenen Bände zeigen nicht nur das Inselleben jener Zeit, sondern dokumentieren mit hoher Präzision den Wandel rund um Hafen, Fährverkehr und Borkumer Kleinbahn. Buhr versteht seine Arbeit dabei ausdrücklich als editorisches Projekt: Er digitalisiert den historischen Bestand, ordnet die Aufnahmen zeitgeschichtlich ein und stellt Bezüge zur Gegenwart her. Seine Editionen werden von Regionalhistorikern, Archiven und Medien aufgegriffen und tragen dazu bei, ein wichtiges Kapitel der Borkumer Technik-, Verkehrs- und Alltagsgeschichte mit einer einheitlichen Bildsprache zu erschließen.
Der Anstoß zu diesem Projekt kam 2016, als Buhr von seiner Mutter – einer gebürtigen Borkumerin – eine Kiste mit Mittelformat-Negativen erhielt, die Jahrzehnte unbeachtet überdauert hatten. Die Aufnahmen seines Großvaters lernte er erst durch diese Entdeckung kennen. Die Verbindung zur Familie und der Respekt vor dem Material bilden seither die Grundlage seiner Herausgebertätigkeit, die auch die systematische Digitalisierung, Archivierung und Veröffentlichung umfasst.

 


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Henry Grabowsky mit der Filmkamera im Einsatz.

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Über das Buch “Borkumer Kleinbahn” von Manfred Diekenbrock und Daniel Michalsky:
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